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 Betreff des Beitrags: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: So 28. Mär 2010, 22:30 
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Hallo zusammen,

ich habe mal diesen Bericht auf Empfehlung von Steffi aus dem Forum „Inselgespräche“ hierhin übernommen. Der passt wirklich besser hierhin, unter „Erlebnisberichte von Karpathos“.
Das ursprüngliche Stichwort war „Amopi vor 30 Jahren“. Ich hab das jetzt mal erweitert: „Karpathos vor 30 Jahren“. Denn wir waren tatsächlich 1980 auf Karpathos. Und auch in Amopi. Also vor ziemlich genau 30 Jahren!

- Hm, dabei ich stelle grade mit Entsetzen fest, dass ich doch schon ein ziemlich alter Knochen bin –

Aber wie sind wir überhaupt nach Karpathos gekommen? Das möchte ich euch erzählen.

Mit einem befreundeten Paar hatten wir ausgeheckt, dass es diesmal nicht Frankreich oder Skandinavien oder ... sein sollte, sondern Griechenland.
Das vorweg genommen: Lange Jahre blieb unser Hauptreiseziel dann auch Griechenland. Und zwar die Inselwelt.

Aber zurück. Griechenland war entschieden; klar, eine Insel musste es sein, oder mehrere. Aber welche?
Damals gab es noch kein Internet, in dem man sich seine Infos einfach mal zusammen-googelt.
Und Reiseführer? Baedecker, Polyglott, ...: Kirchen, Kunstwerke, Kultur, Museen, ... Oh je.
Aber da gab es doch tatsächlich etwas, was unseren Informations-Bedarf deutlich besser traf: Velbinger.
Ich hab diese alte Schwarte (1978/79) noch, hab sie grade mal rausgekramt, sie liegt jetzt vor mir: 4 1/2 Seiten Karpathos.
Zitat zu Lefkos:
"3 schöne Badebuchten an der kleinen Landzunge. Tipp für Leute, die Einsamkeit suchen, nur ein paar Fischerhäuser und ein kleines Kafenion.
Familie Kaliopy vermietet Zimmer: ca. 5 DM im 3-Bettzimmer.
Nur zu Fuß vom Dorf Mesohori zu erreichen. Vielleicht nimmt dich ein Auto mit."
Das treibt einem das Wasser in die Augen. Schnief.

So wurde Karpathos unser gemeinsames Ziel. Aber: Terminlich passten wir nicht genau übereinander. Unsere Freunde fuhren eher los als wir.
Und wollten zuerst auf eine andere Insel. Welche weiß ich nicht mehr.
Wir wollten uns dann auf Karpathos treffen. Wo? Na ja, irgendwo im Hauptort, Pigadia hiess der. Und wann? Das hing natürlich davon ab, wann wir beiden Nachzügler dort eintreffen konnten. Wir hatten einen Flug nach Athen und von dort einen innergriechischen Flug nach Rhodos und von dort weiter mit dem kleinen Inselflugzeug nach Karpathos. Das ließ sich alles an einem Tag bewältigen. Super. Insofern war der Tag X fixiert.
Da aber völlig unklar war, ob unsere Freunde genauso gut dorthin kamen (Fährpläne im Internet? Gabs nicht), haben wir eine Toleranzzeit von ca. 4 Tagen ab Tag X verabredet, in der wir versuchen wollten, uns gegenseitig in Pigadia aufzuspüren.
Handys gabs ja nicht. Und danach, nach den 4 Tagen? Na ja, dann konnte jeder selbst entscheiden, wie es weitergeht; man kann ja nicht ewig nur warten.

Es kam der Tag der Abreise. Der Flug von Düsseldorf nach Athen verlief reibungslos. Aber als wir so über Athen kreisten, kam die Info aus dem Cockpit:
Die Griechen, speziell das Flugpersonal, streiken; heute geht wohl kein innergriechischer Flug raus. Oh ha! Was nun? Aber wir haben ja eine Reserve von 4 Tagen.
Wir haben dann mal versucht, festzustellen, wie lange wohl der Streik dauern werde. Aber dazu gab es keine befriedigenden Aussagen.
Kurze, schnelle Entscheidung: Es gibt ja noch Fähren, versuchen wir es mal damit.

Gesagt, getan, ab nach Piräus.
Und dort half uns ein Tipp, den wir schon vor der Reise von einem Kenner der Szene erhalten hatten: Wenn dir ein Grieche eine Auskunft gibt, dann hinterfrage die am besten beim Nächsten; wenn mehrere Auskünfte übereinstimmen, dann kann man damit rechnen, dass die Auskunft gut ist. In Piräus angekommen, versuchten wir uns anhand der aushängenden Infos schlau zu machen.
Funktionierte aber nicht so richtig; wir mussten erst mal lernen, was wo wann aushing und was das alles überhaupt zu bedeuten hatte.
Na gut, man kann ja fragen. Also fragten wir einen kompetent aussehenden Mann, ob denn heute eine Fähre nach Rhodos ausliefe.
Konkrete Antwort: Nein, heute nicht. Wann denn? Vielleicht morgen; oder übermorgen; aber dann am nächsten Tag bestimmt.
Wir setzen uns dann irgendwo in den Schatten, um zu beraten. Und dann lief ich noch ein paar Schritte auf eine Fähre zu, die scheinbar in Kürze auslaufen würde. Dort fragte ich noch mal, ob jemand wisse, wann denn die nächste Fähre nach Rhodos ginge. Ja, meinte man, ich stände direkt davor, in 10 Minuten gings los. Und wo gibts Tickets? Hier bei mir. Was ein Glücksgefühl. Zurück, Gepäck geschnappt, zur Fähre, Tickets gelöst, auf die Fähre, fast direkt hinter uns wurde die Klappe zugemacht, aufs (überfüllte) Deck. Uff, wir waren erst mal unterwegs.

Auf dem Deck war es proppe-voll. Nur so nach und nach konnten wir uns etwas Platz schaffen, um nicht nur immer zu stehen.
Zur Nacht hin schafften wir es tatsächlich, uns einen Platz für unsere Iso-Matten zu sichern. Und dann die erste Nacht unter freiem griechischem Himmel; die Sterne über uns. Traumhaft.

Kos liefen wir am frühen Morgen an und dann ging es weiter bis Rhodos. Nun kam die nächste spannende Frage: Wie und wann kommen wir denn von Rhodos nach Karpathos?
Die Ablegestelle war schnell gefunden. Man stelle sich unser Gefühl vor, als wir erfuhren, dass noch am späten Nachmittag die Fähre nach Karpathos abgeht. Super, wieder Glück gehabt.

Nachdem wir uns Rhodos-Town ein wenig angesehen hatten, gings dann nachmittags auf die Fähre.
Die war deutlich weniger belegt als die vorherige.
Aber Abfahrt am späten Nachmittag heißt Ankunft mitten in der Nacht.
Als wir in Pigadia einliefen, brannte kaum noch ein Licht.
Was tun? Wie finden wir jetzt eine Unterkunft?
Hm, mit uns stieg eine holländische Familie aus, Vater, Mutter, fünf Kinder, wie die Orgelpfeifen.
Alle mit Rucksack. Die sahen sehr erfahren aus. Da hängen wir uns einfach mal dran. Mal sehn, wo die hingehen.
Tja, und was machen die? Die laufen einfach durch die Stadt und aus der Stadt hinaus. Aber sie schienen zu wissen, wo sie hin wollten. Also hinterher. Und auf einmal schlug sich diese family in die Büsche. Dahinter hörte man das Meer plätschern. Ja, das war genau das Richtige. Wir gingen noch ein Stück weiter und richteten uns dann auf dem Strand ein.
Isomatte raus, Schlafsack drauf, Wasser hatten wir auch noch. Die nächste Nacht unter freiem Himmel.
Und das hier war noch mal um Längen besser als auf dem Schiffs-Deck.

Am nächsten Morgen: Die Holländer lagen vielleicht 200 m weiter. Und was tut man am Meer? Baden! Klar, erst mal rein ins schöne Nass. Und nun musste es etwas zwischen die Zähne geben. Also auf nach Pigadia.

Super, wir waren noch innerhalb unserer Toleranzzeit eingetroffen. Es war zwar nie daran gedacht worden, dass ausgerechnet wir beide die brauchen, aber wir wollten hoffen, dass unsere Freunde diesen Zeitpuffer auch für uns einhielten und nicht schon verschwunden waren.

Und was passiert? Am gleichen Vormittag treffen wir uns! Die Beiden waren auch erst am Tag zuvor eingetroffen!
Als wenn das so geplant worden wäre. Ist das ein Zufall! Ab jetzt konnten und wollten wir vieles gemeinsam unternehmen.

Zu Laki, Ampoi und Pigadia 1980 hab ich mal eine kleine Bildauswahl zusammengestellt: http://www.karpathos-online.de/thumbnails.php?album=60

Fortsetzung folgt.

Viele Grüße
Walter


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: So 28. Mär 2010, 22:34 
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Guten Tag zusammen ihr Karpathos-Liebhaber,

ich hatte euch ja eine Fortsetzung versprochen. Und ich finde nun auch die Muße dazu. Also etwas griechische Musik aufgelegt, die alten Aufzeichnungen und Unterlagen rausgekramt und es kann losgehen.

Da hatten wir also unsere Freunde gefunden, nennen wir sie Mike und Anna. Aber bevor wir weiter ziehen konnten, gab es noch das eine oder andere zu erledigen.
Mike wollte ein Paket mit überflüssigem Gepäck nach Hause schicken. Und in Pigadia gabs ja eine Post. Das Paket hatte er schon gepackt. Also zog er los, ab in die Post.
Und jetzt erinnert euch: Wir waren zum ersten Mal in Griechenland. Wir sprachen natürlich kein Griechisch. Und wie wir damals immer wieder erfahren mussten, sprachen auch die wenigsten älteren Griechen englisch. Deutsch schon gar nicht. Das machte normalerweise auch nichts. Wir eigneten uns nämlich ziemlich schnell die lebenswichtigen Vokabeln an: Mia Bira, Ena Ouzo und was man sonst noch so braucht. Und für den Rest der Kommunikation gab es Hände und Füße.
Wenn man jedoch mit solchen Kenntnissen und Möglichkeiten einen Kampf mit der Bürokratie beginnt, dann kann man was erleben. Kurz und gut: Um das Paket auf den Weg zu bringen, brauchte Mike den ganzen Nachmittag. Er pendelte zwischen der Post und dem Zollamt hin und her und kam immer wieder zu uns ins Kafenion, um uns über den aktuellen Stand zu berichten und den nächsten Schritt zu diskutieren. Irgendwann hatte er alle Zoll-Stempel auf seinem Paket, so dass sich der Post-Mitarbeiter tatsächlich gezwungen sah, aktiv zu werden. Unter großem Gestöhne und Gejammer kramte der in seinen Unterlagen, um die Tarife für so etwas ausfindig zu machen. Einen solchen Auftrag hatte er bis zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht erhalten: Ein Paket nach Deutschland, welch ein Unfug, was für ein Arbeit. Na ja, irgendwann war er fertig und behielt das Paket. Wenn ich mich recht erinnere, ist das tatsächlich (wann auch immer) in Deutschland angekommen.

An diesem Tag war es schon zu spät, um das nächste Ziel anzusteuern. Also suchten wir für uns beiden Neuankömmlinge eine Unterkunft und verbrachten einen schönen Abend in Pigadia. Übrigens: Touristen? Gabs hier nur ganz wenige.
Wo sollte es denn nun am nächsten Tag hingehn? Anna und Mike hatten schon was von „Georges spartan camp system“ gehört, in der Nähe von Amopi und Laki. Und dass es für uns als gestandene Zelter völlig ausreichend war. Und günstig, um nicht zu sagen billig. Das sollte unser nächster Stop werden. Wir stellten an diesem Tag schon mal fest, wo denn der Bus abfährt und wann. Der Bus hält in Laki; dort müssen wir aussteigen und den Rest laufen.
Am nächsten Morgen hin zur Bushaltestelle. Der Bus steht auch schon da. Als wir einsteigen wollen, verwehrt uns der Busfahrer dies. Freundlich, aber bestimmt. Verstehen können wir ihn nicht. Auch als die Abfahrtzeit schon längst vorbei ist, passiert nichts. Interessanterweise stehen außer uns keine weiteren Passagiere hier. Hm, sollten hier vielleicht die Busfahrer streiken? Oder haben wir die Abfahrt- und Zeittafel nicht verstanden? Na gut, dann fahren wir eben Taxi. Kann ja für vier Personen nicht so teuer sein. Auf zum Taxi-Stand. Verflixt, vorhin standen ein paar Taxis rum, jetzt ist keines da. Fängt ja gut an. Es gesellt sich noch ein deutsches Mädel zu uns, nennen wir sie Petra. Sie will auch nach Amopi. Als wir ihr von Jorgos Hütten erzählen, ist sie gleich Feuer und Flamme: „Da komme ich mit euch“. Prima, nun sind wir zu fünft, aber immer noch ohne Fahrgelegenheit.
Jetzt könnt ihr sagen: Hättet ja laufen können. Ihr Schlaumeier. Im Tourist-Shop hatten wir eine Karte von Karpathos erworben. Man muss sich ja orientieren können. Es gab nur eine einzige Karten-Art. Wie darauf allerdings die Straßen eingezeichnet waren, das sah eher nach einer Prinzip-Skizze aus als nach dem konkreten Straßenverlauf. Außerdem hatten wir gar keine Lust, über die Straßen zu laufen. Fußwege muss es doch auch eine ganze Menge geben. Aber nicht auf der Karte. Also lieber fahren, bevor wir womöglich durch die Gegend irren.

Ja, und dann passierte es. Ein Wagen, ziemlich strapaziert sah der aus, hält, der Bruder von Willi Millowitsch schaut raus – Kennt ihr Willi Millowitsch? Das war ein bekanntes Kölner Original, und so sah der gute Mann tatsächlich aus - und fragt mit Reibeisenstimme auf englisch (!!), wo wir hin wollen. Mike sagt: Nach Amopi zu Jorgos Hütten. Willis Bruder lacht: “Da fahr ich auch hin. Wollt ihr mit?“ Was für eine Frage. „Aber wir sind zu fünft!“ „Macht nichts. Geht alles.“ Kofferraum auf, fünf Rucksäcke rein, Kofferraumdeckel zu. Nee, geht nicht zu bei fünf Rucksäcken. „Macht nichts. Geht alles.“ Mit Kabel oder Leine wird der Kofferraumdeckel auf die Rucksäcke heruntergezogen und fixiert. Fertig. Und jetzt noch die fünf Leute in das Auto. „Macht nichts. Geht alles.“ Geht auch, geht alles, es muss eben ein wenig gestapelt werden.

Unterwegs erzählt Willis Bruder von sich. Er sei Nikos, der Apotheker von Karpathos. Er habe neben Jorgos Hütten ein kleines Häuschen, an dem er sich gerne aufhält. Und nun sei er auf dem Weg dahin. Dabei erläutert er uns und demonstriert es auch, wie man sich im griechischen Straßenverkehr zu verhalten hat. Man fährt schnell, dann kann der Fahrtwind besser kühlen. Vor Kurven wird gehupt, lang und ausdauernd. Jede Kurve wird geschnitten, auch wenn sie gar nicht eingesehen werden kann; hat ja keiner gehupt, also kommt auch keiner. Jeder der am Wegesrand steht wird zur Begrüßung be-hupt; man kennt sich ja. So gelangen wir unter Hupen und Schlingern, dass uns Hören und Sehen vergeht, immer weiter Richtung Amopi.
1979/80 gabs übrigens eine Ölkrise. Die versuchte jedes Land auf seine eigene Art und Weise in den Griff zu bekommen: Fahrverbote, autofreie Sonntage, … Und so war auch die Ölkrise Gesprächsthema auf unserer Fahrt. Griechenland hatte die Regel aufgestellt, dass an bestimmten Tagen nur Autos mit gerader Nummer auf dem Kennzeichen fahren durften und an den anderen Tagen nur solche mit ungeradem Kennzeichen. Darüber amüsierte sich Nikos köstlich. Er hatte nämlich zwei Autos, eins mit gerader und eins mit ungerader Nummer. Kleiner Rückblick: Damals verdoppelte sich innerhalb kurzer Zeit der Ölpreis auf 26 $ je Barrel – ohne weiteren Kommentar -
Irgendwann, das war wohl in/bei Laki, gings dann von der geteerten Straße ab auf einen Feldweg. So würde man das bei uns bezeichnen. Mit vielen Schlaglöchern und tief ausgespülten Rinnen in der Fahrbahn. Wenn wir nicht so eng aneinander geklemmt gesessen hätten, dann hätte es uns sicher ziemlich durcheinandergeworfen. Denn Nikos drosselte zwar die Geschwindigkeit und versuchte, so weit es bei dem Tempo ging, den Löchern auszuweichen, leider gelang das nur nicht immer. Nikos schmunzelte nur: „Yes, we in Greece need strong cars“. Ich bin sicher, dass sich so etwas keiner unserer Großstadt-Cowboys mit Geländewagen trauen würde, was Nikos mit seinem PKW veranstaltete.

Irgendwann erreichten wir Jorgos Hütten, schälten uns aus dem Auto und bezogen unsere Unterkünfte. Und die waren so wie erwartet. Spartanisch, aber völlig ausreichend. Zwei Böcke mit Bohlen drauf als Schlafstelle. Eine Holzleiste an einer Wand mit Nägeln drin als Schrankersatz. Nägel auch auf der anderen Seite, so dass man Leinen spannen konnte. Zum Trocknen nasser Wäsche. Und zur Vorratshaltung: Brot und einiges andere haben wir nämlich in Tüten daran aufgehängt. Dort war es vor den Zugriffen der überall herumkrabbelnden Ameisen sicher. Es gab eine Süßwasser-Dusche, draußen, ohne Duschkabine. Und eine Toilette; ja, die hatte eine Tür. Auch unsere Hütte hatte eine Tür, sogar mit Schlüssel. Also perfekt, was will man mehr. – Meine Güte, was waren wir anspruchslos! Und wie war das schön –

Zu allem Überfluss lud uns Nikos für den heutigen Abend zu sich ein. Neben uns Fünfen fanden sich abends noch ein Österreicher, zwei Engländer, Jorgo und ein weiterer Bekannter von Nikos ein. Das Essen war improvisiert, aber sehr lecker. Fred, der Österreicher hatte einen Oktopus erlegt, der wurde kurzerhand noch zubereitet und kam mit auf den Tisch. Zu Oktopus, Fisch, Salat, Oliven und anderem gab es Retsina. Später tischte Nikos Karpathos-Wein auf. War der süffig. Zum Nachtisch eiskalte Honig- und Wassermelone. Ich weiß gar nicht, wo Nikos das so unvorbereitet alles her geholt hat. Das wurde ein langer Abend. Es wurde erzählt und diskutiert über Gott und die Welt. Es wurde gelacht. Über Witze und komische Missverständnisse. Es gab einige Namen bei uns, die für griechische Zungen ziemlich schwierig waren; die wurden einfach umgedichtet. So wurde z. B. aus Heike Chiraklia.

Um ca. 2:00 Uhr gings in die Hütten. War das ein erlebnisreicher Tag.

Und das soll für diesen Bericht auch erst einmal reichen, oder?

Zu Laki, Ampoi und Pigadia 1980 könnt ihr eine kleine Bildauswahl finden unter: http://www.karpathos-online.de/thumbnails.php?album=60

Viele Grüße
Walter

Kleiner Nachtrag: Wie sich später herausstellte, hatte uns Nikos nicht ganz uneigennützig mitgenommen. Das alte Schlitzohr hatte direkt gesehen, dass bei uns Fünfen ein weibliches Wesen überzählig war. Nachdem sich herausgestellt hatte, wer das war, hat er später auch einen Versuch gestartet. Ist ja legitim. Hat aber nicht zum Erfolg geführt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: So 28. Mär 2010, 22:56 
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Noch mal ich :ja.gif:

Eigentlich wollte ich ja von unseren Touren im Insel-Süden berichten, aber die Stichworte in meinen Aufzeichnungen haben zuerst ganz andere Erinnerungen auftauen lassen.

Aber wenn ihr wollt, dann könnt ihr ja schon mal eine kleine Bildergalerie anschaun mit Bildern von Arkassa, Finiki, Menetes, Stes, Aperi und drumherum. Auch 1980: http://www.karpathos-online.de/thumbnails.php?album=61

Viele Grüße
Walter


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: Mo 29. Mär 2010, 00:35 
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@ Walter,

ich habe mir eben Deinen zweiten Erlebnisbericht durchgelesen - echt klasse!!! :applaus: :anbet:
...man kann kaum glauben, dass diese Geschichte schon 30 Jahre her ist. So wie Du es aus Deiner Erinnerung hier rüber bringst oder schreibst ( ;) ) kann das doch erst ein paar Wochen her sein... ;)

Echt toll und ich freue mich darauf, weitere Erlebnisse von Dir und Karpathos lesen, egal wie lange die zurück liegen... :oo:

Viele liebe Grüsse,
Steffi

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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: Mo 29. Mär 2010, 00:45 
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...ich noch mal... :D
Habe mir jetzt eben die Fotos aus Arkasa,Menetes,Stes... angeschaut... irre - super toll -beeindruckend... ich finde keine Worte... :oops: :?

Ich kenne Arkasa ja erst "21 Jahre später", als diese Fotos gemacht wurden. Vielen lieben Dank für das Einstellen der Bilder. :knuddel:

VlG, Steffi

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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: Mo 29. Mär 2010, 19:16 
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@steffi: Mein Gedächtnis ist zwar gut, aber ganz ohne meine Aufzeichnungen und ohne die Erinnerungen von Heike (die war nämlich schon damals mit von der Partie) wär der Bericht sicher kürzer ausgefallen.

Ich habe doch das eine oder andere Detail vergessen. Das meiste kam aber wieder zum Vorschein sobald ich meine Stichpunkte von damals gesichtet hatte.

Viele Grüße
Walter


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: Mo 29. Mär 2010, 20:42 
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@Walter: Das ist ja sensationell!!!! Mir kommt es bei Deinem Bericht so vor, als würde ich meine eigenen Karpathos-Urlaube von damals, nochmal erleben. Wann kommt Dein Buch rauß:)
Mit "Willi" bin ich damals auch nach Lakki gefahren. Seine Stimme habe ich heute noch im Ohr. Die Hintergründe kannte ich so nicht.
Vielleicht kann man sich auch heute noch so gut erinnern, weil das Erlebnisse sind, die ein Leben lang bleiben, bei mir ist es auch nach 26 bzw. 27 Jahren so.
Ich bin gespannt auf weiter Fortsetzungen.....

LG Dirk


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: Mo 29. Mär 2010, 23:01 
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Beiträge: 409
:applaus: Walter,

du schreibst ungemein fesselnd, bist Du in der Journalistenbranche????
Wollte sooo gerne noch weiter lesen :ja.gif: warte auf die Fortsetzung.

Beim lesen wurden Erinnerungen an unsere ersten Urlaube, auch mittlerweilen 30 Jahre her, wach.
Frankreich mit einem uralten Käfer, beladen mit Ersatzteilen, Werkzeug und undichtem Zelt, 2 Plastiktüten mit Wäsche usw.
Wie unbezahlbar sind solche tollen, einmaligen Erinnerungen.

Freue mich auf weiteres

LG
Fee


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: Mo 29. Mär 2010, 23:55 
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Beiträge: 2267
Ganz herzlichen Dank Walter für diese tollen Berichte.
Ich wünschte, mir würden die Gedanken auch so aus der Feder fließen bzw. aus den Fingern in die Tastatur.
Faszinierend finde ich, dass du, ähnlich wie fast alle Urlauber damals, in Ammopi angefangen hast und ich fühle mich in die 80er zurückversetzt. Waren zwar ein paar Jährchen später, dass ich Karpathos das erste Mal erlebt habe, aber Ende der 80er dürfte das Bild nicht so viel anders ausgesehen haben.
Ich trauere jetzt manchmal noch dem alten Karpathos nach, Pigadia ohne Fußgängerzone, der alte Brunnen oberhalb des Meeres, wo die Cafes sind, Manolis alte Taverne in Mikro Ammopi, das Robinsonfeeling in Arkassa und Lefkos....könnte jetzt fast heulen, bin aber dankbar, es noch so erlebt zu haben.
Aber bei deinen Berichten kommt alles wieder hoch.
Trotz Trauer freue ich mich auf mehr :).

Liebe Grüße
Martina


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos vor 30 Jahren
BeitragVerfasst: Di 30. Mär 2010, 00:22 
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Registriert: So 30. Mär 2008, 19:34
Beiträge: 1340
@ Walter,

walter hat geschrieben:
@steffi: Mein Gedächtnis ist zwar gut, aber ganz ohne meine Aufzeichnungen und ohne die Erinnerungen von Heike (die war nämlich schon damals mit von der Partie) wär der Bericht sicher kürzer ausgefallen.
Viele Grüße
Walter


ich habe fast immer einen ganz kleinen Taschenkalender bei mir, in den ich dann zwar ab und an nur einen einzigen Satz eintrage, aber trotzdem kann mich dieser eine Satz nach Jahren wieder genau in diese Zeit zurück versetzen... ;)
Freue mich, dass Du: 1.einige Aufzeichnungen aus dieser Zeit gemacht und auch noch parat hast.
2.Das Du Deine damaligen Erlebnisse knapp 30 Jahre später mit uns teilst. :anbet:
3. Deine Frau Heike mit ihren Erinnerungen Deinen Erlebnisbericht "erweitert","ausgebaut" oder auch "verlängert" hat. :D
...ja-ja, wir Frauen können uns eben einiges über Jahre hinaus merken... :lol: ...
Lieben Gruss an Heike (unbekannterweise)!!! ;)


@ Zenky (Dirk),

nachdem Du von Walter so schön in die "alte" Karpathos Zeit zurück versetzt wurdest, fallen Dir vielleicht auch noch ein paar schöne "alte" Geschichten ein, die Du uns auch sehr gerne erzählen darfst.... :oo: ....
Die Geschichten dürfen natürlich auch "neuerer Zeit" sein. :D

Viele liebe Grüsse,
Steffi

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