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 Betreff des Beitrags: Kleine Erkundungstour quer über die Insel
BeitragVerfasst: Di 21. Sep 2010, 22:51 
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Registriert: Fr 28. Mai 2010, 16:22
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Als kleines Dankeschön an alle, die hier im Forum so wundervolle Tipps geben und vielleicht auch ein paar kleine Anregungen, für alle, die wie wir zum ersten Mal diese Insel erleben, möchte ich kurz unsere Stationen auf Karpathos umreißen.

Drei Wochen Urlaub mit An- und Abreise über Rhodos – wir reizen die Zeit so gut wie möglich aus und wollen 18 Tage auf der Insel bleiben. Das erste Quartier ist vorgebucht, es soll nach Olympos gehen. Die kleine Chrissovalandou fährt freitags Nachmittag etwas später in Pigadia ab, als an den anderen Tagen (an denen das Boot fährt) – das wussten wir nicht, aber wir kommen gut nach einer doch "sehr bewegten" Bootsfahrt gegen 19 Uhr in Diafani an und werden dort abgeholt. Alles klappt super und wir stehen pünktlich zum Sonnenuntergang auf der wunderschönen Terrasse unseres Quartiers im Hotel Anemos – ein Traum. Der Urlaub kann nicht besser beginnen.
Etwas Musik hörte man vereinzelt aus den Tavernen, aber eigentlich war es sehr ruhig, selbst morgens hatte man das Gefühl, dass der Ort erst "erwacht", wenn die ersten Besucher eintreffen. Abends waren wirklich nur noch wenige Touristen da, aber auch nicht viele Einheimische ... wir dachten, dass das evtl. mit dem großen Fest in Wurgunda zusammenhängt, aber später erfuhren wir, dass es wohl in zwei Familien von Olympos Trauerfälle gab und man sich wohl deshalb auch abends etwas zurückgezogen und weniger musiziert hat, schade – auch in Wurgunda waren wohl kaum Olymbiten. Tagsüber haben wir kleine Wanderungen gemacht und sind quasi aus dem Ort geflüchtet, als die Besucherströme eintrafen. Den alten Weg Richtung Pei sind wir gelaufen, in der Hoffnung auch einen Badestopp am Evgonymos Beach einlegen zu können, aber als wir bereits von weit oben den total zugemüllten Strand sehen, kehren wir um. Nach Awlona laufen wir am nächsten Tag und möchten dort ein wenig die Stimmung einfangen wie es ist, wenn so richtig gefeiert wird auf Karpathos, zurück ging es dann zu späterer Stunde per Autostopp (was überall, wo wir dies probiert haben, auch ganz problemlos funktionierte). Und als eine der schönsten Touren wandern wir zum Forokli-Beach, den wir dann fast für uns haben – herrlich!
Wir bleiben noch etwas im Norden und wählen als zweite Station Diafani. Ein wunderschöner kleiner Ort, gefällt uns besser als Olympos, hier ist mehr Leben, ja sogar mehr Musik. Fasziniert sind wir von den überall vorhandenen alten Backöfen (auch schon in Olympos) und wir werden mehr als einmal "eingeräuchert", wenn einer von ihnen angeheizt wird ... Unsere Unterkunft hier ist klein, aber fein. Wir wohnen bei Eleni und genießen all abendlich ihre Kochkünste in der urigen Taverne. Tagsüber wird wieder gewandert. Einmal geht es zum schönen Papas Minas Strand und am nächsten Tag wandern wir auf einer Staubpiste von Diafani nach Awlona und von dort einen alten Monopati hinunter zur Vanandabucht, ein sehr schöner Weg und überhaupt alles ist so wundervoll grün hier!
Die erste Woche ist nun schon vorbei und es geht morgens um 7.30 Uhr wieder mit der kleinen Chrissovalandou zurück nach Pigadia. Über Nacht kam ein heftiger Sturm, so dass mir nicht wirklich nach Boot fahren ist, aber wir wollen nicht bis zum Nachmittag und der Möglichkeit auf das größere Boot warten, da wir dann keine Busanbindung in Pigadia hätten. Also rauf auf's Boot oder besser auf die "Nussschale" – die erste Hälfte der Fahrt war ganz okay, wir fahren mit den Wellen und dem Wind und ab Höhe Spoa wird es ganz schön ungemütlich, aber alle überstehen die Fahrt gut und Hut ab vor dem Kapitän, der das kleine Boot meisterlich über die großen Wellen schaukelt ... In Pigadia haben wir noch etwas Zeit und fahren nun mit dem Bus nach Messochori weiter. Wir haben uns spontan für Messochori entschieden und werden promt dafür belohnt – neben Volada finden wir, ist Messochori der schönste Ort der Insel! Nur leider gibt es hier keinen Strand ;-( und die Busverbindungen sind auch nicht eben gut, aber das wussten wir ja ... es wird also wieder gewandert, unsere leeren Wasserflaschen füllen wir an der kräftig sprudelnden Quelle unterhalb der Kirche und dann geht es nach Spoa auf einem doch schon recht zugewachsenen, aber wunderschönen alten Monopati (das ist die einzige Wanderung auf der ich meine langen Hosenbeine dran machen musste) in einer grandiosen Landschaft. Von Spoa aus haben wir wieder das Glück per Autostopp mit zum Ag. Nikolaos Beach genommen zu werden und zurück klappt es genauso gut. Nach einem Stopp in der Taverne in Spoa, wo wir übrigens den besten frischen Orangensaft und den schmackhaftesten Feta auf dem griech. Salat bekommen haben, laufen wir nun einen anderen Weg zurück nach Messochori. Es ist ein Fahrweg, von dem wir allerdings nicht wissen, ob er auch dort ankommt, da er weder auf unserer Karte noch im Reiseführer durchgehend eingezeichnet ist. Er läuft sich wunderbar bergab und wir kommen vorbei an der kleinen Kapelle Ag. Sophia zurück nach Messochori. Ein doch traurigeres Erlebnis folgt nun am nächsten Tag, an dem wir ein kleine Runde um Messochori laufen. Vorbei an dem leider verfallenen Kafkalo-Hafen, von dem definitiv kein Boot mehr Richtung Ag. Irini-Strand ablegt (MM), laufen wir weiter oberhalb des Meeres an doch auch sehr verschmutzten Buchten entlang und schließlich führt die Staubpiste steil und schweißtreibend aufwärts bis wir schnell den Einstieg finden in das letzte Teilstück der Wanderung, die von Lefkos hinaufführt. Inmitten der 2004 abgebrannten Baumstümpfe, die überall kreuz und quer in der Gegend herumliegen, laufen wir nun einen sehr schönen Weg in einer sehr beeindruckenden, aber trotzdem etwas bedrückenden Landschaft. Es muss ein Genuss gewesen sein, diesen Weg zu gehen, als der Wald noch stand! Zurück in Mesochori bekommen wir nun lebhaft die Vorbereitungen für das große bevorstehende Fest mit. Manolis vom Café Skopi erzählt uns, dass 800 kg Fleisch angeliefert wurden und dies nun schon eifrig zubereitet wird. Auch der Esel, der die Taverne Dramountana beliefert, muss eifrig Getränke transportieren. Wimpelketten werden aufgehangen, jeder fasst mit an ... schäbige Mauerteile werden frisch gestrichen und alles wird so schön wie möglich gemacht. Wir sind etwas traurig, weil es morgen weitergeht und wir zum eigentlichen Fest nicht da sind, aber es ist auch einfach schön, das Leben im Dorf und die Vorbereitungen zu sehen.
Früh klingelt der Wecker, der einzige Bus, der fährt, fährt 6.45 Uhr ab ... und sogar noch 5 min eher und so stehen wir bereits 7 Uhr in Lefkos. Alles ist noch ganz ruhig und doch rührt sich schon etwas in unserem angepeilten Quartier. Wir möchten zentral bleiben und wählen die "Three Dolphins". Wir bekommen tatsächlich schon ein Frühstück und haben auch etwas Glück, was das Zimmer angeht, sie sind wohl ganz gut ausgebucht ... Und da wir uns jetzt noch nicht an den Strand legen wollen und sowieso heute kräftige Wolken da sind, erkunden wir sogleich noch die Höhle und die röm. Zisterne auf dem Plateau oberhalb des Ortes, genießen die leckeren Weintrauben, die wir im Minimarkt bekommen haben (in den bisherigen Dörfern gab es ja soetwas leider nicht zu kaufen) und erkunden dann die Strände, genau wie am nächsten Tag ... Dann fahren wir mit dem Mittagsbus nach Adia, wollen in die Flaskias-Schlucht hineinlaufen – wirklich sehr beeindruckend und viel reizvoller, als z. B. die Samaria – so weit wir dies erfahren dürfen. Zurück im "Ort" stärken wir uns in der wunderbaren Atmosphäre des Pine Tree Restaurants und relaxen noch ein wenig in der unweit davon gelegenen herrlichen kleinen Badebucht. Mit dem Abendbus geht es zurück nach Lefkos.
Für die nächsten beiden Tage nehmen wir ein kleines Auto und umgehen damit gleich das Transportproblem, was wir sonst an diesem Tag hätten, da kein Bus fährt ... wir nehmen für diese beiden Nächte Quartier in Adia, ganz in der Natur und werden verwöhnt mit frischen Früchten direkt aus dem Garten von Nikos. Von hier aus schauen wir uns die Bergdörfer an, sehen wie der leckere schwere Wein gemacht wird und kaufen auch ein Fläschchen (zum wiederholten Mal!). Der zweite Autotag wird eine kleine Rundreise, in Arkassa machen wir schonmal das letzte Quartier auf der Insel klar, in Pigadia bummeln wir noch ein wenig durch die Gassen, wollen dann in der schönen Achata-Bucht ausspannen und sind enttäuscht von den ganzen Schirmchen inkl. vielen Leuten, so dass wir Richtung Flughafen fahren und dort eine sehr schöne kleine Bucht finden, in der man herrlich relaxen kann.
Auf zur letzten Station – wir geben das Auto in Lefkos ab und fahren mit dem Bus nach Arkassa. Der Kapitän holt uns vom Bus ab – wir sind euren Empfehlungen gefolgt und genießen die freundliche Atmosphäre im Montemar. Über den Ag. Nikolaos-Strand sind wir geteilter Meinung, aber er ist okay – zu viele Schirmchen, auch ganz schön große Wellen, aber an sich ein sehr schöner Strand ... auch den nächsten Tag lassen wir etwas ruhiger angehen, erkunden den Ort und genießen die Sonne am Strand. Am letzten Tag fahren wir mit dem Bus nach Menetes, schauen uns den Ort an, der aus der Ferne (egal welche Richtung) doch wesentlich beeindruckender aussieht, als von Nahem und machen einen Stopp in der Bäckerei mit dem wirklich leckeren Brot und Sesamgebäck, bevor wir wieder zurückwandern nach Arkassa. Wir wissen, dass es zwei Wege gibt und nehmen doch erstmal den falschen, der nicht an der kleinen Kapelle Ag. Mammas vorbeiführt und anfänglich auch Richtung Othos geht ... wir finden eine Querverbindung, da ich die Kapelle schon gern sehen möchte ... im Nachhinein wäre der ausgewiesene Wanderweg KA4 sicherlich der schönere Weg gewesen, anstatt die ganze Strecke zwar am Ende mit tollen Ausblicken, aber doch etwas trostlos auf einer breiten Staubpiste zu laufen – das ist nicht so empfehlenswert!
Wir genießen die letzten Stunden auf der Insel und fliegen am nächsten Morgen zurück nach Rhodos, wo wir uns als Abschluss noch die Altstadt anschauen wollen, da wir auch hier noch nicht länger waren ... vielleicht ein nächstes Ziel?

Karpathos hat uns sehr gefallen. Gut fanden wir auch, dass die Urlauber aus verschiedensten Ländern doch sehr gut "durchmischt" waren – Holländer, Schweden, Italiener, auch viele Franzosen und natürlich Österreicher sowie Deutsche haben wir getroffen. Wir hatten uns teilweise weniger Tourismus vorgestellt, aber trotzdem war es völlig okay so und erinnerte uns teilweise an das südliche Kreta. Wenn wir wiederkommen, werden wir richtig über die Insel wandern, von Ort zu Ort, evtl. mit Zelt und mit einem hoffentlich ganz gesunden Fuß – so lassen sich dann auch noch abgelegenere Orte entdecken und erkunden. Wir freuen uns darauf!

KaRo


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 Betreff des Beitrags: Re: Kleine Erkundungstour quer über die Insel
BeitragVerfasst: Mi 22. Sep 2010, 20:10 
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Registriert: Di 17. Aug 2010, 14:35
Beiträge: 425
Hallo Kathleen,
vielen Dank für Deinen sehr schönen und inselbegeisterten Bericht. Er bringt die Vorfreude für uns so richtig auf den Punkt. Samstag ist es soweit. Danke auch für die schnelle Info auf meine Anfrage. Nachdem ich gelesen hatte wo und was Ihr alles erwandert habt, dacht ich, ihr hattet ein Auto dabei. Es ist ja immer wieder ein wenig abenteuerlich auf die Busverbindungen angewiesen zu sein. Wir haben in der Regel auch kein Auto. Übrigens sind wir zum Wandern auch am liebsten im Norden der Insel. Diafani hat uns auch viel besser als Olympos gefallen. Es gibt im Norden einfach noch viel Wald. Jedesmal hoffen wir, dass es hier keinen der Waldbrände gibt, die um Mesochori gewesen sind. Mesochori ist wirklich ein wundervolles Dorf, indem man auch sehr gur übernachten kann. den kleinen Hafen, den Du beschreibst, haben wir mindestens 3 oder 4 mal versucht zu finden. Ergebnislos!
Für heute ist es genug. Die letzten Arbeitstage sind wie immer stressig hoch 10. Wir melden uns sicher wieder, wenn wir zurück sind.
Bis dahin
Renate und Klaus


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