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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos die Windumtoste
BeitragVerfasst: So 21. Nov 2010, 18:28 
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Registriert: Di 17. Aug 2010, 14:35
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An diesem Wochenende gibt es nichts Neues aus dem Tagebuch, da ich schon wieder am Kochen bin für unser griechisches Essen am 04.12. Heute koche ich Oktapodi Stifado. Das war viel Arbeit und so muss die Windgeschichte etwas warten. Diesmal wird aber nicht alles eingeforen. Es wird uns heute Abend sicher köstlich munden.
Auch das ist Erinnerung an Karpathos. Und es tut not. Hier ist nur trübes Novemberwetter. Bisher gab es nur 13 Sonnenstunden, sagte unser Wetterfrosch. Und die Sonne fehlt!
Also dann bis zur nächsten Woche und dem Ende des Berichtes. Ich wünsche trotz des grauen Wetters schöne Tage.
Herzliche Grüße an alle Karpathosfreunde
Renate und Klaus
Klaus muss immer jeden Bericht für mich gegen lesen, er tut es gerne.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos die Windumtoste
BeitragVerfasst: So 28. Nov 2010, 18:54 
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Registriert: Di 17. Aug 2010, 14:35
Beiträge: 425
nachdem hier nun der Winter eingekehrt ist mit Minustemperaturen den ganzen Tag, mach ich mich noch einmal auf in den Sommer bzw. Oktober auf Karpathos. Dies wird auch der letzte Ausflug in diesem Jahr für das Forum sein. Also genießt in Gedanken die Wärme, denn es wird wieder besser, aber nicht gleich.

10.10.2010
Es ist Sonntag und heute Nacht habe ich richtig gefroren, trotz der Baumwolldecke. Heute werde ich die Wolldecke draußen lüften. Noch einmal frieren will ich mir nicht antun. Klaus friert nicht. Am Morgen ist der Wind fast weg, die Sonne scheint und es wird endlich wärmer. Darum müssen wir heute noch einmal den Agios Georgio besuchen und auch schwimmen gehen. Es wir lange dauern, bis wir das wieder können.
Langsam sind die ersten Abschiede angesagt. Wir bleiben noch ein paar Tage, aber die Patsorakis schließen ab morgen die Taverne. Es wird sozusagen auch ein Resteessen. 2 Fische, die letzten Dolmedakia von Irini geschenkt und Tarama ist auch noch ein Rest da. Auch das Delfini baut alles ab und die Fenster und Türen werden verammelt. Takis und sein Sohn Georgios bauen die Markisen am Finiki View Resataurant ab, der Winter kann kommen. Da bleibt für uns nur noch in Finiki die Fishermens Taverna und Marina. Georgios sagt uns, er schließt auch, wenn wir weg sind. Wie tröstlich!!
Am Abend verabschieden wir uns dann von der Familie Patsorakis. In der Küche ist bereits alles eingepackt. Irini ist sich wieder nicht sicher, ob sie im nächsten Jahr öffnen wollen. Sie hat keine Lust mehr. Hoffentlich bekommt sie über den Winter doch wieder Lust die Taverne zu öffnen. Keiner brät den Fisch so gut, wie sie. Die Nachbarn haben sich auch eingefunden. Wir bekommen noch einen Ouzo. Alle meinen, dass es unsichere Zeiten sind, man weiß nicht, was weiter passiert auf jeden Fall wird aber das dicke Ende noch kommen.

11.10.2010
Ich genieße meine Wolldecke. Der Wind ist ganz eingeschlafen und wir können es schon im Bett hören: keine Brandung! Das Meer ist platt, aber es hat viele Wolken am Himmel. Der Wetterbericht hat gestern Regen vorausgesagt. Gegen Morgen sind die Ziegen von Manolis in die Hotelanlage gekommen und haben alles abgefressen, wo sie nur dran kamen und alles ist voller Ziegenköttel. Mary ist stinksauer, aber auch traurig. Manolis wird sicher Ärger bekommen.
Der Quirl über Arkassa zeigt ungewöhnlicherweise nach Ost, dreht aber langsam nach Süd und setzt sich auch ganz leicht in Bewegung. Gleichzeitig werden die Wolken dünner. Wir wollen zum Agios Nikolaos. Dort sind fast alle Liegen und Schirme abgeräumt. Wunderbar, das Glaros hat noch auf. Sophia meint, sie schließen am Wochenende. Aber auch hier ist nicht mehr alles vorrätig.
Inzwischen hat der Südwind mehr an Stärke gewonnen.

12.10.2010
In der Nacht werden wir vom Südsturm geweckt. Wieder einmal rüttelt er an den Läden und der Wäscheständer macht sich selbständig. Ich hole unsere Handtücher herein und der Sonnenschirm rackelt in seinem Betonklotz. Klaus legt in auf den Terrassenboden. Es ist ganz warm draußen und meine Wolldecke hat ausgedient.
Heute wollten wir nach Othos wandern. Aber es ist nicht nur heftiger Sturm, sondern auch noch schnell ziehende tiefe Wolken. Sie hängen schon in Finiki in den Bergen. Da verzichten wir lieber auf die Wanderung und ehrlicherweise kommt uns das Wetter gelegen. Wir sind auch faul. So wird es noch einmal ein Tag der Bücher. Aber es ist sehr warm, mindestens 25 bis 27 Grad. Bei Marina treffen wir Michalis aus Lefkos. Er ist mit seinem Fischerboot gekommen. Es wird für den Winter aus dem Wasser genommen. Abschied überall!!
Georgios kommt vom Fischen zurück und hat ein dickes Problem. Der Ägypter findet den Anker nicht und der Südsturm drückt das Boot an den Kai. Helle Aufregung. Gott sei DAnk ist nicht viel passiert. Nur ein paar Schrammen. Für uns gibt es aus dem Fang 3 kleinere Rosettis. In einer Kiste liegt ein Drakena mit der giftigen Rückenflosse und gleich noch einmal Aufregung, weil Klaus ihn anfassen will. Gorgios und Jannis schreien gleichzeitig los und Klaus zuckt zurück. Wie gut, dass es Reflexe gibt. Normalerweise ist die Rückenflosse schon auf dem Schiff abgeschnitten, aber heute nicht. DAbei wissen wir beide, wie der Fisch mit heraus geschnittener Rückeflosse aussieht.

13.10.2010
Heute bleibt unsere Balkontüre im Schlafzimmer zu und auch das Fenster im Bad. Der Südwind heult und tost. Der Himmel hängt voller dicker Wolken. Wir beschließen Kostas im Under the trees zu besuchen. Morgens hat es ein wenig geregnet und die Wolken werden immer dichter. Es gibt keine Horizontlinie mehr. Im Norden sind die Wolken schwarz. Kassos ist im Dunst versunken und auch Arkassa ist sehr dunstig. Es ist sicher Nebel. So bleiben wir denn doch hier. Dimitrios ist mit seinem großem Korb und 400 Haken rausgefahren. Hoffentlich hat er mehr Glück, als letzte Woche. Da hat ihm eine Meeresschildkröte den Fang weg gefressen. Der Wind hat übrigens ganz nach gelassen und es ist sehr sehr warm. Wir sitzen in der Taverne endlich mal wieder ohne Plastikfenster und leicht bekleidet. Das deutsche Paar, dass wir nun schon mehrfach getroffen haben, ist heute den letzten Abend da und wir kommen so richtig ins ratschen über die alten Zeiten. Denn auch sie kommen solange wir wir nach Karpathos. Sind immer in Finiki und wohnen bei Giavassis. Gemeinsam verlassen wir wieder spät die Taverne. Das Licht geht aus. Übrigens weht wieder ein Wind nun von West.

14.10.2010
Wie sollte es anders sein. Der Wind weiß nicht recht, woher er wehen soll, also zurück nach Süd und wieder Sturmstärke. Er rüttelt wieder an den Läden und läßt uns nicht gut schlafen. Das Meer hat viele Schaumkronen und Dimitrios ist der einzige, der raus gefahren ist. Als er einläuft, begrüßen wir ihn am Hafen und bewundern seinen Fang. Der ist ganz ordentlich, aber es wird fast alles gleich verkauft. Lohnt für die Tavere nicht mehr.
Heute müssen wir uns aber bewegen. So laufen wir zu Kostas. Die Sonne kommt immer wieder durch Wolkenlücken. Der Wind treibt uns den Sand in den Rücken, als wir die Straße von Finiki Richtung Piles hoch gehen. Es ist warm und wir nehmen nichts mit. Nach Regen sieht es nicht aus und wenn kann es ja nicht viel sein. Unterwegs überholt uns Kostas in seinem Lada, hupt und winkt. Autos begegnen uns kaum. Die Saison ist wirklich fast vorbei, auch am Verkehr zu merken.
Die Wolken über dem Kali Limni sind schwarz und von Osten kommen immer mehr. Nach der Abzweigung Piles, hören wir Donner vor uns, habe wir richtig gehört? Ja es gibt Wiederholungen.
Mit den ersten Regentropfen biegen wir ab zur Taverne. Auch von Kassos hören wir den ersten Donner kommen. Ganz schnell hat es sich auch dort zugezogen und zieht in unsere Richtung. So sitzen wir drinnen, essen gemütlich und lassen Regen und Gewitter an uns vorbeiziehen. Wir freuen uns über die Geschichten, die Kostas uns erzählt. Wir sind die einzigen Gäste. Er zeigt uns Bilder von seiner Tochter, die ihn dieses Jahr im Sommer besucht hat. Wir kennen sie noch als Baby. Stolz ist er auf die gestickten Bilder von einer Frau aus Piles. Wir haben sie auch bei einem Besuch in Piles kennen gelernt. Sie hat uns eins ihrer Werke gezeigt. Es war ein Bibelspruch und gemeinsam mußten wir ihn mit ihr zusammen lesen. Es war sehr beeindruckend und auch witzig.
Als der Regen aufgehört hat, machen wir uns auf den Rückweg. Weit kommen wir aber nicht. Schon vor der Abzweigung nach Piles fängt der Regen wieder an. Aber Kostas hatte ein Einsehen und eh nichts zu tun, so ist er uns nachgefahren und bringt uns zurück.
Letzter Tag auf Karpathos, der Himmel weint und wir wollen nicht weg. Wir trinken bei Marina am Abend einen letzten Ouzo. Die Terrasse ist fast leergeräumt. Auch die Stühle sind ohne Sitzflächen.
Oben in der Taverne erwartet uns unser Abschiedsessen: Karawitha mit Spaghetti. Dann ist auch hier der Abschied gekommen. Viele Umarmungen und Küßchen und "Kalo Chimonas"!! Bis zum nächsten Jahr im Juni.

Das war es. Rhodos erspare ich uns. Auch wenn es über die vielen Jahre immer wieder auch nette Erlebnisse gibt. Aber es ist laut.

Vielleicht gibt es ja dann im Juni 2011 einen neuen Bericht, aber nicht mit dem Hauptthema "die Windumtoste"

Auch Euch allen ein "Kalos Chimonas" Schönen Winter
Renate und Klaus


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos die Windumtoste
BeitragVerfasst: So 28. Nov 2010, 23:50 
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Registriert: Fr 19. Sep 2008, 18:17
Beiträge: 2276
Ganz ganz lieben Dank Renate für deine schönen Berichte und die Mühe, die du dir gemacht hast :beifall: .
Ich hatte sehr viel Freude beim Lesen.

Liebe Grüße
Martina


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos die Windumtoste
BeitragVerfasst: Mo 29. Nov 2010, 10:49 
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Moderator & Technik
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Registriert: Do 8. Jan 2009, 19:32
Beiträge: 3486
Wohnort: Gmunden am Traunsee
Servus Renate, servus Klaus,

vielen Dank auch für die herbstlichen Berichte aus Karpathos, eine Jahreszeit, die wir so dort noch nicht erlebt haben. Hier ist auch schon der Winter eingekehrt, wenn ich mal aus dem Fenster schaue:

Dateianhang:
schnee.jpg
schnee.jpg [ 73.73 KiB | 1944-mal betrachtet ]

Umso mehr wärmen eure Berichte, herrlich zu lesen und mit Freude nachvollziehbar :beipflicht:
Schade, dass ihr den KA7 nicht mehr geschafft habt, aber es gibt sicher ein nächstes Mal ...

Eine gute Zeit daheim, und auf ein Wiedersehen auf Karpathos!

Franz

_________________
Aus der Nachrichtentechnik: entscheidend ist nicht was der Sender sendet, sondern was beim Empfänger ankommt ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos die Windumtoste
BeitragVerfasst: Mo 29. Nov 2010, 21:39 
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Registriert: So 30. Mär 2008, 19:34
Beiträge: 1340
Hallo Renate,

auch ich möchte mich nochmal - aus dem zur Zeit verschneiten Herdecke - für Deine tollen Berichte :thumb-up: bedanken!!! :anbet: Beim Lesen konnte man alles förmlich vor sich sehen und auf diese Weise "im Nachhinein noch miterleben". :D

Freue mich schon auf das nächste Jahr, falls (hoffentlich :D ) Du uns wieder Deine so persönlichen Berichte zum Lesen zur Verfügung stellst.

Viele liebe Grüsse,

Steffi

_________________
Der Wert einer Begegnung zweier Menschen liegt nicht in
ihrer Dauer oder Häufigkeit, sondern in ihrer Aufrichtigkeit!


Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Leben aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos die Windumtoste
BeitragVerfasst: Mo 29. Nov 2010, 23:51 
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Registriert: Do 18. Sep 2008, 20:59
Beiträge: 409
:beifall: Renate,

wunderschön zum lesen, du beschreibst den Oktober auf dieser Insel so toll, das man Lust bekommt auch diese Jahreszeit dort mal zu erleben. Werde mich vielleicht mal über die Flugpreise 2011 Ende Sept./Anfang Okt. schlau machen ;)
1 Woche zum Wandern wäre mal eine andere, aber best, auch interessante Perspektive zum geliebten 3 W. Sommerurlaub, der dieses Jahr leider ins Wasser fällt. Na, warten wir mal ab.

LG
Fee


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 Betreff des Beitrags: Re: Karpathos die Windumtoste
BeitragVerfasst: Mi 1. Dez 2010, 12:16 
Hallo aus Karpathos,
zuerst allen im tief verschneiten Deutschland eine schöne Adventszeit. Hier auf Karpathos haben wir über nacht 20 Grad tagsüber 25 Grad und ein sanfter Südwind weht - nicht windumtost. Der Streik der Fähren wurde gestern beendet und Karpathos ist also wieder einreichbar. Wer über Weihnachten einen Wanderurlaub machen möchte ..... :welcome:


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